Interview mit Nipa Doshi und Jonathan Levien

09
11
Foto: Karsten Jipp/FAR

Über Schuhe und neue Häuser 

Wenn man in das Atelier von Nipa Doshi und Jonathan Levien kommt, fühlt man sich gleich wie zu Hause. Trotz konzentriert-kreativer Arbeitsatmosphäre – insgesamt arbeiten fünf Leute in dem ehemaligen Maleratelier im Londoner Osten – dominieren Prototypen und dekorative Kleinigkeiten das Interieur. Spätestens seit ihrem Divan „My Beautyful Backside“ für Moroso gelten die beiden als aufstrebende Talente am Designerhimmel. Dieses Jahr setzten sie mit dem modernen Schaukelpferd „Rocker“ (Richard Lampert) in Köln und dem Sessel „Capo“ (Cappellini) in Mailand neue Akzente und machten deutlich, dass sie nicht so einfach in eine bunte Multikulti-Schublade zu packen sind, sondern die ganze Formenbreite des Möbeldesigns originell aufzubrechen verstehen. Das Designerehepaar mit dem so unterschiedlichen kulturellen Background (Nipa ist in Indien geboren, Jonathan ist Brite durch und durch) ergänzt sich volltrefflich. Bei den Recherchen im Vorfeld meines Interviews stieß ich auf zum Teil kontrovers geführte Gespräche, doch heute treffe ich auf eine sehr harmonische, geniale Symbiose aus verschiedenen Welten: dekorativ trifft englisches Understatement und männlich trifft weiblich. 

 

Jonathan kommentiert locker seine Schuhe Marke Eigenentwurf, während die elegante Nipa mit Begeisterung von einer erlebnisreichen Woche mit Studenten in der Vitra-Summer School erzählt. Die beiden sind, was so viele sein wollen: erfolgreich und dabei trotzdem authentisch. Als Guests of Honor sind Nipa Doshi und Jonathan Levien aus London von der Koelnmesse eingeladen, für die imm cologne 2012 „Das Haus – Interiors on Stage“ zu gestalten. Auf das Ergebnis bin ich schon sehr gespannt. Jetzt erst recht.