Kommentar:
Was zum Teufel ist Seashell Cream?

05
12
Foto: Andreas Körner

 

Irgendwie verstehe ich das nicht: Das Bad soll immer wohnlicher werden, aber die großen Sanitärkeramikmarken wie etwa Laufen, V&B, Keramag, Duravit oder Ideal Standard produzieren zu fast 100% nur eine einzige Farbe: Weiß. 

„Weiß verleiht jedem Bad nicht nur Frische, sondern steht für modernen Lifestyle“, bekennt sich Villeroy & Boch zur alten neuen Trendfarbe: „Denn Weiß ist mehr als eine neutrale Wohnfarbe: Weiß wirkt inspirierend und bildet die ideale Grundlage für vielfältige Farbkombinationen – in der Raumgestaltung und in der Dekoration.“ Das waren noch Zeiten, in denen so klangvolle Namen wie Whisperrosa, Curry, Moosgrün oder Bahamabeige Generationen von Badezimmer prägten, oder als Bicolor-Farben die Grenzen des Geschmacks strapazierten. Mit Spannung erwarte man früher – ähnlich wie heute die Vorstellung des neuen iPads 3 der Kultmarke Apple – die zur ISH neu ausgerufenen Farben der Keramikhersteller. 

 

In meiner aktuellen SBZ-Neuheitenübersicht zu den beiden SHK-Messen findet man hingegen eine Vielzahl von neuen Dekoren, Oberflächen und Mode-Farbbegriffen, wie etwa Lavaschwarz, Oyster Grey, Seashell Cream, Arktisweiß, elegantes City-Anthrazit Matt, Weiß, Weiß Glanzlack, Glossy White, Anthrazit Glanzlack, Glossy Grey, Glossy Black, Terra Matt, Eiche Graphit, Glossy Walnut, Anthracite, Bali, Peru, Macassar Dekor, Merano, Eiche Naturbeige Wellenschlag oder Pearlwood. Alles verstanden? Jeder Hersteller geht seinen eigenen Weg und überfordert nicht nur Badplaner und kaufwillige Badrenovierer, sondern auch die Logistik des Großhandels. Ich glaube, die deutsche Sanitärbranche würde besser fahren, wenn man ein allgemeines Gremium einberufen und – etwa im Rahmen der Verbandsarbeit –gemeinsam die Farbtrends der nächsten zwei Jahre festlegen würde. An diesen Vorgaben und Ideen könnten sich dann alle Marktteilnehmer orientieren. Und vielleicht erfährt dann auch mal wieder eine Farbe echten Kultstatus.  

 

Farbenfrohe Grüße 

Frank A. Reinhardt 

Dipl. Designer 

Viele Aussteller haben die SHK in Essen und Nürnberg genutzt, um Lücken im Sortiment zu schließen. In der Flut von Serienergänzungen haben sich aber auch einige Innovationen versteckt. Zahlreiche Produkte, die schon auf der ISH Premiere hatten, wurden den Besuchern auf den Frühjahrsmessen noch einmal als Neuheiten aufgetischt. Und es gibt immer mehr Nachahmer, die immer ungenierter Produktideen kopieren. In der Fachzeitschrift SBZ habe ich die Produktneuheiten auf über 20 Seiten in diesem Beitrag zusammengefasst: SHK-Neuheiten 2012