Interview und Workshop-Gespräch mit Luca Nichetto: Das Haus 2013

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Foto: Frank A. Reinhardt

Man sollte Venedig im August meiden – zu heiß und zu viele Touristen. Auch sonst ist nicht viel los, denn in Italien steht das Leben still. Urlaubszeit. Nur einer arbeitet noch: Luca Nichetto, von der Designwelt als geheimer Star und Antipode zur Mailänder Szene gehandelt, hat uns eingeladen zu der Präsentation seiner ersten Entwürfe für „Das Haus – Interiors on Stage“. 

Nichetto wurde von der imm cologne eingeladen, für die nächste internationale Einrichtungsmesse im Januar 2013 das in diesem Jahr eingeführte Installationsformat neu zu interpretieren. Er nahm an und will sich bei seinem Entwurf mit dem Thema Umwelt auseinandersetzen – ein eher ungewöhnlicher Ansatz für den Industriedesigner, der sich bislang vor allem mit ausgesprochen schönen und umwerfend schlichten Möbel-, Glas- und Leuchten-Entwürfen einen Namen gemacht hat. Seine Kundenliste liest sich wie ein Who-is-Who der internationalen Designmarken: Bosa, Casamania, Cassina, De Padova, Established & Sons, Foscarini, Fratelli Guzzini, Glass Idromassaggio, Globo, Italesse, Kristalia, La Chance, MG Lab, Moroso, Offecct, Petite Friture, Tacchini oder Venini. Dabei liegt die Gründung seines Studios erst 6 Jahre zurück. 

 

Wir treffen noch vor Dick Spierenburg (dem Creative Director der imm cologne) in Lucas Studio ein und haben Gelegenheit zu einem sehr ausführlichen, persönlichen Gespräch mit dem gebürtigen Venezianer. Aus seinen Erläuterungen seines „Haus“-Entwurfs klingt Begeisterung durch. Wir lernen, sie zu teilen. Gestenreich, aber sehr überlegt spricht er über die Designkultur Italiens, die Ausbildungs- und Arbeitssituation junger Designer, die Designphilosophie Magistrettis und seine Projekte. Viel Material für Schwerpunktartikel und Interviews für unterschiedliche Magazin-/Zeitungsformate. 

 

Am Nachmittag dann werden wir Zeuge der Arbeitsprozesse zwischen Designer und dem Creative Director der imm cologne. Man versteht sich, entwickelt neue Ideen, stößt auf Probleme, lässt sich Lösungen einfallen, tauscht Neuigkeiten aus. Luca entlässt uns erst am frühen Abend mit ein paar Restaurant-Tipps, um sich dann selbst auf seinen morgigen, kurzen Urlaub vorzubereiten – im kühlen Schweden. 

 

Produktionsdaten 

Fotos: Andreas Körner 

Video: FAR_consulting 

Text: Claudia Wanninger 

Übersetzung (en): Alison Du Bovis